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Übers Erinnern

Heute mal ein Ausschnitt aus einem Briefwechsel:


ja! das habe ich mir auch schon oft gedacht, dass erinnerungen (speziell solche, die man sich oft ins gedächtnis ruft) nur (noch) die erinnerung an eine erinnerung sind. als ob man beim allerersten er-innern einen inneren film erstellen würde, den man dann immer wieder abruft. bzw. verändert man diesen film vielleicht sogar auch noch im lauf der jahre. das hirn scheint ja (was ich mir so zusammenreime aus den dingen, die man gelegentlich lesen kann - so als laie) beträchtliche eigeninitiative zu entwickeln - gesteuert von? von wünschen? ängsten? hoffnungen? oder einfach von der chemie, also irgendwelchen chemischen prozessen, die dann zu irgendwelchen wahrnehmungen führen, die man dann für wahr hält (obwohl sie eben nur wahr-nehmungen sind)?

ich meine allerdings eine gewissen vorliebe fürs beharren zu erkennen (zumindest bei  meinem hirn) - ich meine, dass mein hirn sich gern frühere zustände imaginiert und das, das die augen eigentlich melden, einfach "überdrippelt". so sehe ich mich (tatsächlich) nach wie vor als blond und nicht als weiß, ich sehe auch menschen, die ich länger nicht gesehen habe, nur im ersten moment als gealtert. ab einem gewissen zeitpunkt (wo ich es fast knacksen hören kann) wird das aktuelle gegen das frühere, das bekannte bild ausgetauscht. wie zwei diabilder. - ganz klar, dass so ein hirn auch vor erinnerungen nicht halt macht. (so sollen ja auch die berichte von augenzeugen nicht halb so hilfreich sein, wie man vermuten möchte.)




Kommentare

  1. Ja, sehr komplex und ungenau das Ganze. Nie weiss man, was wirklich war und was man sich zusammenreimt.
    Das mit dem "Überdrippeln", wie du es nennst, kenne ich meinerseits allerdings nicht, jedenfalls nicht im optischen Bereich. :--)
    Lieben Gruss, noch nicht ganz wach,
    Brigitte

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    1. Ja, manchmal erscheint mir mein Hirn echt speziell unzuverlässig!! :)))
      Liebe Grüße, Andrea

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